veröffentlicht am 14.08.2015 um 09:43 Uhr
Motorsport

Alles klar bei „Reiti“

Vergangenen November, im BMW Pavillon im Herzen Münchens, wurde Marco „Reiti“ Reiterberger zum ersten BMW Motorrad Race Trophy Champion überhaupt gekrönt. Diese wegweisende Motorsport-Initiative ist eine Art Weltmeisterschaft für BMW Rennfahrer und hat Teilnehmer aus der ganzen Welt. Der Wettkampf ist für die weltweite Community von Teams, Fahrern und Kunden, die den Rennqualitäten der BMW S 1000 RR und den HP4 Motorrädern vertrauen, ins Leben gerufen worden.

Als einzige internationale Wettrundfahrt mit einer eigenen Klassifikation für Privatfahrer hat die BMW Motorrad Race Trophy 2015 mit mehr Meisterschaftsrennen, einem extra Preisgeld und einem neuen Preis speziell für die Teams weiter expandiert. Während dieser Artikel entstand, ist Reiti auf den zweiten Platz der Rangliste gefallen, doch auch er weiß, dass sich das schnell ändern kann, insbesondere, wenn jede Woche weltweit Rennen gefahren werden. Im Moment nimmt er sich eine Pause von seinen SuperbikeIDM-Pflichten, um an dem 24 Stunden Rennen in Suzuka, Japan, teilzunehmen. BMW Motorrad erzählt er, warum die Entscheidung bei der Race Trophy mitzufahren, die beste war, die er je getroffen hatte...

Wie hat der Gewinn der BMW Race Trophy Dein Leben verändert?

Die BMW Race Trophy zu gewinnen war für mich im letzten Jahr ein großer Moment. Sicherlich war die größte Veränderung das Preisgeld, das ich gewonnen habe. Jeder kennt mich jetzt als den ersten Gewinner der Trophy – das ist ein gutes Gefühl.

Hat Dir es geholfen, Dein internationales Profil zu schärfen?

Ja, jetzt kennen sie mich, weil jeder auf die Trophy Rangliste schaut, sie dort meinen Namen sehen und sich daran erinnern, dass ich 2014 der erste Trophygewinner war. Ich habe auch auf der Race Trophy Gala eine Menge Leute aus der ganzen Welt getroffen. Vor der Trophy haben sich die rund um den Globus tätigen BMW Rennfahrer nicht gekannt aber ich denke, dass hat sich nun geändert.

Du kämpfst gerade um die Führung in der Trophy, aber bei einer Meisterschaft kann man sich an der Spitze nicht ausruhen, oder?

Ja, das stimmt. Dieses Jahr sind die Regeln ein klein bisschen anders als 2014. Die Führung in der Meisterschaft wechselt oft und man muss immer auf den vordersten Rängen landen, um an der Spitze zu bleiben. Das ist sehr aufregend, weil es ist, als würde man in einer zweiten Meisterschaft teilnehmen. Du kannst Dich nie ausruhen, aber das ist ganz normal, wenn Du gewinnen möchtest – es ist nicht gestattet, sich auszuruhen.

Hast Du, wie Du es bei Deinen Einsätzen in der Internationalen Deutschen Meisterschaft (SuperbikeIDM) getan hast, auch Deine Erfahrung bei der Ausdauer Weltmeisterschaft vertieft? Ist das eine Rennserie, die Dir gefällt, weil sie so unterschiedlich zu den Sprintrennen ist?

Meine Leidenschaft sind immer noch Sprintrennen wie die IDM oder die Superbike-Weltmeisterschaften (WSBK), aber mir macht auch die Endurance World Championship (EWC) Spaß, weil das ein bisschen wie ein Teamsport ist. Normalerweise kämpfst Du immer mit anderen Rennfahrern oder Teamkollegen, aber in der EWC fährt man zusammen mit drei Fahrern und dazu braucht es viel mehr Teamwork, weil man sich helfen muss. Außerdem kann man bei den unterschiedlichsten Bedingungen im Laufe eines Rennens fahren, im Regen, bei Trockenheit, Nässe, Kälte, bei Tag und bei Nacht. Das ist sehr gut, um als Rennfahrer besser zu werden, das mag ich.

Hasst Du schon mal darüber nachgedacht bei echten Straßenrennen wie der Isle of Man TT oder der North West 200 teilzunehmen?

Vielleicht schaue ich mir mal ein Rennen an, aber mitfahren werde ich nicht. Das sind wirklich sehr schnelle Fahrer, die alles in den Ring oder besser auf die Straße werfen.
Aber ich denke nicht, dass ich da selber fahren möchte. Ich bleibe mit Sicherheit auf meiner normalen Rennstrecke.

Wie sieht Dein Trainingsprogramm aus?

Ich versuche, so oft wie möglich Motorrad zu fahren, weil ich denke, das ist das beste Training für einen Motorradfahrer. Mir machen, beispielsweise, Motocross, Enduro und Speedway fahren sehr viel Spaß, aber ich gehe natürlich auch joggen und mache Stretching. Im Winter gehe ich dann ins Fitnessstudio.

Hast Du auch einen Ernährungsplan? Bist Du vorsichtig mit dem was Du isst und trinkst?

Ja, ein bisschen. Ich esse viel Salat, weil ich ihn mag. Normalerweise esse und trinke ich was mir gefällt, aber selbstverständlich achte ich auf mein Gewicht.

Was würdest Du gerne in fünf Jahren machen?

Ich möchte Profifahrer sein in einem starken Team und einer guten Championship. Das Ziel eines jeden Fahrers ist die MotoGP und das gilt auch für mich. Das ist mein Traum.

Hast Du einen Ratschlag für RR Besitzer, die gerne mit ihrem Motorrad Rennen fahren wollen? Kann man mit einer RR vom Band ohne noch viel Geld auszugeben an einem Rennen teilnehmen?

Die Standard BMW RR ist ein Rennmotorrad – es ist unglaublich – mach einfach die Spiegel weg und Du kannst auf der Rennstrecke loslegen. Ich fahre oft mit der normalen RR. Mit der kannst Du schon ganz schön schnell fahren und vor allem eine Menge Spaß haben!

Danke Dir Markus und viel Erfolg beim Rest der Saison!