veröffentlicht am 27.04.2014 um 18:37 Uhr
Urban Mobility

Green Me für ein ‚grünes Ich’

Öko-Pionier Nic Niemann über Nachhaltigkeit und den BMW C evolution

Das ‚Green Me’ Filmfestival ist fester Bestandteil der Berliner Internationalen Filmfestspiele und verbindet die Liebe zu Filmen mit der Liebe zur Umwelt. Initiiert wurde das Festival 2008 von Nic Niemann, um eine Gelegenheit zu schaffen, das Umweltbewusstsein durch Filme zu schärfen. Seither hat sich das Festival weiter entwickelt und beinhaltet einen eigenen internationalen Wettbewerb für den besten ‚grünen’ Film, das beste Drehbuch für das es bis zu 5.000 Euro gibt und den Green Me Award. Als leidenschaftlicher Anwalt für Nachhaltigkeit und früher Fan der Elektro-Mobilität, war Nic heiß darauf, den BMW C evolution Scooter zu testen. Seine Erfahrungen teilt er uns in diesem exklusiven Interview mit.

Seit Sie vor sieben Jahren das erste Green Me Film-Festival gestartet haben, hat es sich zu einem festen Bestandteil des Berliner Veranstaltungskalenders entwickelt. Was war Ihre ursprüngliche Motivation für das Festival?
Es gab vor allem zwei Gründe: Zunächst wollten wir etwas Positives für die Kinder tun, denen wir diese Umwelt überlassen. Und dann hatten wir eine große Anzahl von NGOs, die uns kontaktiert hatten und etwas gemeinsam tun wollten.

Hinter Green Me steckt auch eine Filmproduktionsfirma. Welche Themen behandeln Sie in Ihren Filmen?
Wir haben vier Jahre lang einen Filmentwicklungs- und einen Drehbuchpreis beim Festival ausgelobt. Über 250 Drehbücher gingen ein. Einige Drehbücher, die wir ausgezeichnet haben, haben wir danach auch verfilmt. Es gibt einen Film über den Gründer von Greenpeace, zudem verschiedene TV-Programme für deutsche Sender und auch internationale Co-Produktionen. Unsere Firma ist sehr beschäftigt mit den Filmdrehs, Werbespots und der Entwicklung von Spielfilmen.

Filmdrehs sind nicht gerade als umweltfreundlich bekannt, vor allem im Hinblick auf den CO2-Ausstoß. Wie stellen Sie eine nachhaltige Herstellung von Filmen sicher?
Das ist für uns auf Grund unseres Netzwerks ganz einfach. Beispielsweise neutralisieren wir unseren Karbonausstoß durch einen deutschen Stromanbieter und müssen uns darum schon mal keine Sorgen machen. Natürlich sind wir zudem sehr darauf bedacht, nicht zu viel Strom zu verbrauchen, aber auch unsere Partner stellen sicher, dass alles im Ausgleich mit der Natur passiert. Wie jeder Privathaushalt auch sind wir uns der Knappheit der Ressourcen auf allen Ebenen bewusst. Beispielsweise haben wir dafür gesorgt, dass das Holz der Bilderrahmen für unsere Auszeichnungen aus einem ökologischen und fair-gehandelten Wald stammt. In diesem Jahr hatten wir auch eine sehr schöne Situation auf dem grünen Teppich. Wir haben jemanden gefunden, der uns einen von Hand gefertigten wollenen Teppich bereit stellte, über den alle Festival-Besucher und Gala-Gäste wandelten. Nach dem Festival hat uns der Inhaber mitgeteilt, dass er ihn in eine Woll-Wäsche geben würde und ihn weiter benutzen wird. Wir lernen also auch von unseren Partnern, wie man die Dinge besser macht.

Würden Sie aus finanzieller Sicht anderen Produktions- und Veranstaltungsfirmen den Einsatz nachhaltiger Arbeitsmethoden empfehlen?
Auf jeden Fall! Ich engagiere mich in einer Film-Schule im Süden von Berlin und dort steht dieser Punkt sogar im Lehrplan. Bei der Renovierung des Empire State Buildings wurden 250 Millionen Dollar durch den Einsatz ökologischer Methoden eingespart. Außerdem braucht man danach weniger Strom, um das Gebäude zu betreiben und spart sogar noch mehr. Genauso ist es in der Welt der Filme: Wenn man sich darauf konzentriert, Dinge wiederzuverwenden und zu optimieren, merkt man, dass ökologische und ökonomische Vorteile Hand in Hand gehen. Auch die Situation bei den Stromversorgern in Berlin hat sich verändert. Der günstigste Anbieter ist nun ein Lieferant von grünem Strom und nicht ein herkömmlicher Nuklearstrom-Anbieter.

Wie dringend ist es Ihrer Meinung nach, dass die Welt auf alternative Energien umsteigt?
Die Bilder, die das am besten verdeutlichen, sind wohl die von den schmelzenden Gletschern am Nordpol, die wir dieses Jahr beim Festival gezeigt haben. Wissenschaftler haben uns gesagt, dass wir einfach keinen Nordpol mehr haben werden, wenn das so weiter geht. Städte wie Hamburg bekommen ein Problem, wenn der Nordpol schmilzt. Etwas zu ändern ist eine persönliche Entscheidung, die jeder selbst treffen muss. Wir wollen den Menschen mit unserem Festival nichts vorschreiben, aber ihnen sagen ‚hey, wenn ihr mehr wissen wollt, kommt vorbei’!

Sie sind schon früher einmal einen Elektro-Scooter gefahren. Wie war das?
Das war sehr schön, weil man sich bei der Fahrt auch mit dem Mitfahrer unterhalten kann, da es keinen Lärm und keine Motorenvibrationen an der Ampel gibt.

Wie würden Sie den Übergang zum Benzin-freien Fahren beschreiben?
Für mich war das faszinierend. Ich kann mein Fahrzeug in meinem Büro aufladen und muss nicht mehr zur Tankstelle. Obwohl ich es vermisst habe, dort Schokolade zu kaufen! Einer unserer Partner ist spezialisiert auf induktive Energieübertragung und hat eine Gummivorrichtung vor unser Haus gelegt. So mussten wir den Scooter einfach nur vor dem Haus parken, und er lud sich automatisch auf wie eine elektrische Zahnbürste. Das war fantastisch und hat mir eine Menge Zeit erspart.

Wie fühlt sich der C evolution im Vergleich zu dem E-Scooter an, den Sie vor sechs Jahren fuhren? Natürlich sind die Geschwindigkeit, die Zuverlässigkeit und die Sicherheitsvorkehrungen heute ganz anders. Zu den Anfängen gab es viele Lieferanten aus China, die völlig andere Sicherheitsbestimmungen haben. Auch die Elektrizität selbst war ziemlich gefährlich. Der BMW E-Scooter ist hingegen sehr sicher, weil sich alles in einer großen Box befindet. Ich erinnere mich als das Hybrid-System in der Formel 1 eingeführt wurde, dass die Fahrer immer komplett auf ihre Fahrzeuge klettern mussten, um im Falle eines Falles keinen Schlag zu bekommen. Diese Tage sind nun Gott sei Dank vorbei.

Was mögen Sie am meisten am C evolution?
Man kann einfach die Fahrt genießen und eine gute Zeit mit einem Fahrzeug haben, das perfekt ist für die urbane Gesellschaft und große Städte. Man ist mobil, findet leicht einen Parkplatz und fühlt sich gut in der Art des Transports.

Wir wird sich die urbane Mobilität Ihrer Meinung nach weiter entwickeln?
Ich denke wir werden noch mehr Elektro-Antriebe nutzen. Wenn die Menschen das einmal ausprobiert haben, werden sie nicht mehr zum Lärm und zum Gestank zurückkehren wollen. Für mich wäre es eine wunderschöne Vorstellung, wenn in der Gegend um mein Haus nur noch Elektro-Fahrzeuge fahren würden.

Fahren Sie aktuell ein Elektro-Fahrzeug?
Ich habe immer noch meinen eigenen Prototyp – eine Vespa, die wir auf Elektro-Antrieb umgestellt haben. Sie fährt immer noch und macht keinerlei Probleme.

Wie vergleichen Sie die leise Fahrt mit dem C evolution mit der auf einem herkömmlichen Scooter? Nun, ich denke, das ist vor allem etwas Emotionales. Technisch sind sie ja gleich. Bei beiden gibt es eine ähnliche Beschleunigung und man muss nicht schalten. Der C evolution jedoch bietet eine Mühelosigkeit, die sehr speziell ist und ihn daher zu etwas Besonderem macht.

Danke Nic.

Interviewer: Sophie Adell