Die S 1000 RR.

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Für den Rennsport geboren

2009 feierte der erste Supersportler aus dem Hause BMW Motorrad sein viel beachtetes Debüt: die BMW S 1000 RR. Schon die Straßenversion des Bikes konnte sich auf Anhieb in die Spitzengruppe des Wettbewerbs katapultieren. Mit dem Einstieg in den Supersport stellte sich BMW Motorrad den in diesem Marktsegment üblichen Spielregeln. Dazu zählen die Top-Performance des Motorrads bei gleichzeitig bester Funktionsqualität, kontinuierliche Modellpflegemaßnahmen – sowie die erfolgreiche Teilnahme im Rennsport.

Deshalb begann die Motorsport-Abteilung im Jahr 2007 parallel mit der Entwicklung der ersten Rennversion der BMW S 1000 RR, 2009 erfolgte der Einstieg in die Superbike-Weltmeisterschaft. Nach dem Lehrjahr 2009 konnte das Team BMW Motorrad Motorsport 2010 seine erste Pole Position und seine ersten Podiumsplätze in der Königsklasse für seriennahe Motorräder feiern. Die Zielsetzung für 2011 lautet, den ersten Sieg zu holen.

Bereits als Serienmodell überzeugt die BMW S 1000 RR mit ihren Rennsport-Genen. Sie ist nach Zielen entwickelt worden, die in weiten Teilen auch für den Rennsport gelten: Spitzenwerte bei Antriebs- und Fahrleistungen, hervorragende Fahrbarkeit und Gasannahme, hochstabiles Fahrwerk mit exzellentem Handling und Traktion, niedriges Fahrzeuggewicht sowie ein kompaktes und dynamisches Design.

Mit einer Motorleistung von 142 kW (193 PS) bei einem Gewicht von nur 204 Kilogramm inklusive Kraftstoff (183 Kilogramm trocken, 206,5 Kilogramm mit Race ABS) setzt die Straßenversion der BMW S 1000 RR absolute Highlights in puncto Leistungsgewicht und Performance. Die versammelte, auf das Vorderrad orientierte Ergonomie hilft den Piloten, die immense Kraft des Bikes zu beherrschen. Ein Reihenvierzylinder bietet beste Voraussetzungen für einen leichten, standfesten Antrieb und ermöglicht eine platzsparende Bauweise im Ansaug- und Abgasbereich.

Um das Fahrwerk der hohen Motorleistung anzupassen ist der Hauptrahmen der BMW S 1000 RR als Aluminium-Brückenrahmen ausgeführt und nimmt den Motor als tragendes Element auf. Serien- und Rennrahmen sind identisch.

Einzigartig im Segment ist die Upside-Down-Gabel mit einem großzügigen Standrohrdurchmesser von 46 Millimetern anstatt der üblichen 43 Millimeter. Diese ermöglicht eine deutlich höhere Bremsstabilität und eine klarere Rückmeldung. Um beim Serienbike das anspruchsvolle Gewichtsziel von 183 Kilogramm trocken oder 204 Kilogramm vollgetankt zu erreichen, entwickelte BMW Motorrad gemeinsam mit dem BMW Werk in Eisenach einen Aluminiumtank – einzigartig in diesem Segment. Wie viele andere BMW Motorräder verwendet das Bike zur Steuerung der Fahrzeugfunktionen ein CAN (Controller Area Net) Bus System. Die Steuereinheit ist platz- und gewichtssparend im Instrumentenkombi integriert.

Ein deutliches Plus an aktiver Sicherheit beim Bremsen bringt das speziell für die Serienversion der BMW S 1000 RR und deren supersportliche Einsatzzwecke entwickelte Race ABS. Einen enormen Zugewinn an aktiver Fahrsicherheit beim Beschleunigen verschafft zudem die elektronisch geregelte Traktionskontrolle DTC (Dynamic Traction Control).

Beeindruckte Fahrer

Für unterschiedliche Einsatzspektren wie nasse Fahrbahn („Rain“), Straße („Sport“), Rennstrecke mit Supersportreifen („Race“) oder Rennstrecke mit Slicks („Slick“) stehen dem Fahrer zudem individuelle, per Knopfdruck wählbare Motorcharakteristiken zur Verfügung. Race ABS und Traktionskontrolle sind mit den jeweiligen Fahrmodi kombiniert und so für ein Höchstmaß an Performance und Sicherheit ganzheitlich aufeinander abgestimmt. Auf der Gerade punktet die BMW S 1000 RR durch ein weiteres, in diesem Segment einzigartiges Feature. Mit dem aus anderen BMW Motorrädern bekannten HP Schaltassistent können beim Beschleunigen entscheidende Meter gut gemacht werden, aber auch in Schräglage saubere, kurze Hochschaltungen realisiert werden, was zu einer ruhigen und sauberen Linienführung auch aus den Kurven heraus führt.

Die Serienversion der BMW S 1000 RR begeistert auch die Profi-Fahrer des Team BMW Motorrad Motorsports. So ist Troy Corser davon überzeugt, dass die BMW Motorrad Kunden auf diesem Bike genauso viel Spaß haben wie er auf seiner Rennmaschine: „Es ist ein tolles und sehr fortschrittliches Motorrad. Die Elektronik und die vielen Sicherheitsfeatures wie das Race ABS und DTC sind absolut beeindruckend. Es ist einfach zu fahren und die Sitzposition ist komfortabel. Der Motor bietet dem normalen Motorradfahrer für den Straßenverkehr Leistung im Überfluss. Ich muss sagen, dass ich im Fall der BMW S 1000 RR zum ersten Mal längere Zeit auf einer Serienmaschine verbracht habe – und es hat viel Spaß gemacht.“

Die Entwicklung geht weiter

Seit dem Debüt in der Superbike-WM wurde die Rennversion der BMW S 1000 RR in allen Bereichen kontinuierlich weiterentwickelt. „Wenn man das aktuelle Bike mit jenem vergleicht, mit dem wir Anfang 2009 begonnen haben, dann ist mit Sicherheit kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagt Rainer Bäumel, Rennleiter im Team BMW Motorrad Motorsport.

Das FIM-Reglement erlaubt gewisse Rennsport-spezifische Modifikationen am Serienmotor. Mit dem Reihenvierzylinder des Serienbikes hatte das Team eine sehr gute Basis für die Entwicklung des Rennmotors. Seit dem Einstieg 2009 hat das Team BMW Motorrad Motorsport regelmäßig neue Motorenspezifikationen an den Start geschickt und auch 2011 beinhaltet das Rennpaket wesentliche Verbesserungen: „Wir setzen normalerweise pro Jahr zwei neue Motorenspezifikationen ein. In die Saison 2011 starten wir mit der Spezifikation Nummer neun, ab Mitte der Saison werden wir dann mit der Nummer zehn fahren“, erläutert Bäumel. „Unser Ziel lautete, mehr Leistung im oberen Drehzahlbereich zu erreichen, ohne Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich zu verlieren.“

Dies wurde durch Optimierung der Motor- und Auspuffabstimmung und des Motormappings möglich. Ein wichtiger Faktor ist die kurze Auspuffanlage. Die neue Motorenspezifikation hat nun 220 PS und damit 5 PS mehr Spitzenleistung als die Vorgängerversion.

In der Superbike-WM ist jedoch nicht nur die Spitzenleistung wichtig, sondern vor allem die Fahrbarkeit des Motors. Dazu trägt bei der BMW S 1000 RR das Ride-by-Wire-System bei, das die Drosselklappen steuert. Das System wird anhand der auf der Rennstrecke gewonnen Erkenntnisse fortwährend optimiert. Die Steuerung von Einspritzung und Zündung beim Rennbike ist eine Eigenentwicklung von BMW Motorrad Motorsport mit dem Namen RSM5.

Auch an der Gewichtsverteilung hat das Team BMW Motorrad Motorsport gefeilt. „Beim neuen Bike wurde das Gewicht mehr nach hinten verlagert“, berichtet Bäumel. Neu sind auch der Tank und der Heckrahmen. Zudem setzt BMW Motorrad Motorsport eine neue Vorderradgabel von Öhlins ein, die TRS-P 25. Die Rennversion der BMW S 1000 RR verfügt nicht mehr über eine gefräste und geklebte Schwinge, sondern über eine Gussschwinge, was Kosten einspart bei gleichbleibender Performance.

Die beiden BMW Werksfahrer Troy Corser und Leon Haslam starten darüber hinaus mit einer neuen Lackierung in die Saison - passend zum neuen „Kleid“ des Serienmotorrads. Auch in diesem Bereich arbeiten die Rennsport-Abteilung und ihre Kollegen aus der Serienentwicklung Hand in Hand.