
Hier können die Werke zeigen, wie erfolgreich weit man mit Serientechnik kommen kann, und die Werkspiloten demonstrieren, wie unglaublich man Serienbikes am Limit bewegen kann, wenn sie von kundiger Hand aufbereitet und gefahren werden.
Trotz oder gerade wegen der Reifenbindung (Pirelli, drei Mischungen plus Regenreifen) ist diese Rennklasse an Spannung nicht zu überbieten: packende Zweikämpfe, zahlreiche Positionswechsel, bei jedem Rennen ein großes Starterfeld, alle Top-Marken mit Motorrädern auf technisch höchstem Niveau. BMW Motorrad misst sich 2009 mit Honda, Kawasaki, Suzuki, Yamaha, Ducati sowie mit Wiedereinsteiger Aprilia. Das Reglement garantiert dabei schon Hochspannung im Qualifying: Nachdem am Freitag von 10:30 bis 11:30 Uhr mit einer Stunde freiem Training gestartet wird, geht es nachmittags von 14:15 bis 15:15 Uhr mit dem "Qualifying practice" los, einem gezeiteten Training. Am Samstag dann der erste Höhepunkt: Nach nochmals jeweils zwei 45-minütigen gezeiteten Trainings startet um 15:oo Uhr für genau zwölf Minuten die Superpole 1: teilnehmen dürfen nur die besten 20 aus den Qualifyings der vorherigen Sessions - es heißt also eigentlich, von Anfang an Gas zu geben und trotzdem nicht gleich alle Karten auf den Tisch zu legen. Die besten 16 aus der Superpole 1 kommen in die Superpole 2 (die Plätze 17-20 bilden dann entsprechend Startreihe 5). Es folgen sieben Minuten Pause. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter: Von 15:19 bis 15:31 Uhr (wieder zwölf Minuten) findet die Superbike Superpole 2 statt; mit den besten 16 aus der Superpole 1, und die besten Acht kommen in die alles entscheidende Superpole 3. Es folgen wieder sieben Minuten Pause, bevor dann von 15:38 bis 15:50 Uhr (wieder zwölf Minuten) die Superbike Superpole 3 die Startplätze der beiden ersten Reihen aus den besten Acht aus der Superpole 2 entscheidet. Es werden also quasi zuerst die letzten Startplätze und zuletzt die vordersten ermittelt. So bietet die Superbike WM so viel Spannung wie kaum eine andere Rennklasse.
Dann kommt der Sonntag, der sich in drei Events aufteilt:
09:20 bis 09:40 (20 Minuten) Superbike Warm-up
12.00 Superbike Rennen 1
15.30 Superbike Rennen 2
Im Grunde genommen gehört BMW Motorrad sogar zu den Begründern dieser Rennklasse. Denn "damals", Anfang der Achtziger, rüsteten ein paar Rennsportbegeisterte in den USA ihre großvolumigen R90S- und R100-Bikes so weit mit Rennteilen auf, dass sie damit bei den großvolumigen AMA (American Motorcycle Association) Rennklassen an den Start gehen konnten - und das erfolgreich! Zu dieser Zeit hatte sich die neue "Superbike"-Klasse aber erst zu gründen begonnen. 1988 entschied man sich dann aber doch zu einer offiziellen Weltmeisterschaft. Heute wird diese Klasse auf vier Kontinenten in 14 Rennen ausgetragen. Viele Piloten begründeten mit ihren legendären Fahrstilen den Ruhm und den Mythos dieser Klasse: Namen wie z.B. Franco Uncini, Doug Polen, Fred Merkel, Carl Fogarty, Colin Edwards, Troy Corser, Troy Bayliss und viele mehr, die einige Racing Fans beinahe nicht nur als die Königsklasse des Seriensports betrachten, sondern auf Augenhöhe mit den Prototypen aus der MotoGP sehen. Kein Wunder - rücken doch die Leistungswerte der Serientechnik in immer faszinierende Höhen; die besten Teams würden in einem gemischten Rennen aus Superbikes und MotoGP-Rennern sogar schon in den vorderen Startreihen zu finden sein!