Mit Vollgas ins zweite Jahr

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Bühne frei für die zweite Saison des BMW Motorrad Motorsport Teams in der Superbike World Championship. Nach dem mit 17 Top-Ten-Platzierungen erfolgreich verlaufenen Debütjahr will die Mannschaft um BMW Motorrad Motorsport Direktor Berthold Hauser 2010 den Abstand zur Spitze weiter verringern und Podestplätze ins Visier nehmen. „Wir haben in unserem ersten Jahr jeden Tag aufs Neue dazugelernt und unseren Erfahrungsschatz erweitert“, sagt Hauser. „Das Potenzial der BMW S 1000 RR ist immens. Die Heraus-forderung liegt darin, auch auf der Rennstrecke das Maximum aus dem Bike herauszuholen. Das gelingt nicht aus dem Stand. Man muss sich jede Erfahrung hart erarbeiten. Auf Basis der 2009 gesammelten Erkenntnisse erwarte ich, dass wir in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorn machen werden. Wir wollen die Lücke zur Spitze schließen und um Podiumsplätze kämpfen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Team sämtliche Arbeitsbereiche durchleuchtet und Verbesserungs-potenziale identifiziert. Schritt für Schritt wurden die entsprechenden Änderungen in der Winterpause in die Tat umgesetzt. Die Bike-Performance konnte weiter verbessert werden. Die Ingenieure konzentrierten sich vor allem darauf, die Kontrolle der BMW S 1000 RR im Grenzbereich für die Fahrer zu erleichtern. Parallel dazu wurde die Team-Organisation optimiert.

Neu an Bord ist Davide Tardozzi. Als Teammanager ist der Superbike-erprobte Italiener für die Strukturen und Arbeitsprozesse an der Rennstrecke verantwortlich und nimmt an der Boxenmauer Einfluss auf die taktischen Entscheidungen während der Rennwochenenden. Rainer Bäumel verantwortet als Gesamtprojektleiter und als Projektleiter Technik auch 2010 die Weiterentwicklung der BMW S 1000 RR und die technische Betreuung der Bikes.

Ende 2009 feierte die Straßenversion der BMW S 1000 RR ihr viel beachtetes Debüt. Die Resonanz von Fachpresse und Kunden gleichermaßen fiel äußerst positiv aus. „Unsere Kollegen aus der Serienentwicklung haben die Latte für uns sehr hoch gelegt“ bestätigt Hauser. „Nun wollen wir auch beim Rennmotorrad das Potenzial voll nutzen und uns in Richtung Spitze orientieren.“

Bereits als Serienmodell überzeugt die BMW S 1000 RR mit ihren Rennsport-Genen. „Schon in die Entwicklung des Serienbikes konnte die Motorsport-Abteilung eine Menge Ideen einbringen“, berichtet Bäumel. „Ende 2007 begannen wir auf Basis eines Prototyps mit unserer Arbeit und mussten zunächst verstehen, wie das Bike funktioniert und wie wir daraus ein Rennmotorrad machen können. Mittlerweile ist die Serienentwicklung abgeschlossen – und das Gleichgewicht verschiebt sich. Nun sind wir es, die die Weiterentwicklung vorantreiben und immer mehr Input in Richtung Serie geben können. Dies betrifft vor allem zukünftige Modelle.“

Auch im zweiten Jahr vertraut BMW Motorrad Motorsport auf Troy Corser (AU) und Ruben Xaus (ES), zwei der erfolgreichsten und erfahrensten Superbike-Piloten überhaupt. Corser weiß, wie es sich an - fühlt, am Saisonende ganz oben zu stehen: 1996 und 2005 errang er den Fahrertitel. 128 Mal stand er vor dem Saisonstart 2010 auf dem Podest – so häufig wie kein an - derer Pilot. Zudem ist der Rennfahrer aus „Down Under“ mit 331 Starts der dienstälteste Fahrer sowie mit 42 Polepositions der beste Qualifier im Feld. „Unser erstes Aufbaujahr ist so verlaufen, wie man es erwarten konnte“, meint Corser. „Nun sind wir alle hoch motiviert, uns weiter zu steigern. Wir haben 2009 große Fortschritte gemacht und verstehen das Bike viel besser. Im vergangenen Jahr konnten die anderen Teams ihre Erfahrung in die Waagschale werfen und ihren Speed im Saisonverlauf verbessern. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2010 dazu ebenfalls in der Lage sein werden.“

Auch Xaus ist ein echter Siegertyp. Elf Mal erklomm er bis dato die oberste Stufe des Podests und sammelte in 176 Rennen die nötige Erfahrung, um die Mannschaft von BMW Motorrad Motorsport gemeinsam mit seinem Teamkollegen voranzubringen. 2003 schnupperte er als WM-Zweiter sogar am Fahrertitel. „Das erste Jahr mit BMW Motorrad war unheimlich intensiv“, sagt er. „Das Team ist fantastisch und hat das ambitionierte Projekt mit viel Enthusiasmus in Angriff genommen. Jeder arbeitet immens hart. Das spornt auch uns Fahrer an. Die Mannschaft schenkt mir Vertrauen – und ich gebe 100 Prozent Leistung zurück. Für die Jungs lohnt es sich, ans Limit zu gehen. Was uns noch fehlt, ist die Erfahrung mit der BMW S 1000 RR. Und die holen wir uns mit jedem Kilometer auf der Strecke.“