Die BMW Motorrad Langstrecken-Maschine: Traditionsmotor im modernen Kampfanzug.

(english version coming soon)

Aus dem im Mai 2006 erschienenen Sportboxer BMW R 1200 S hat das Motorsport-Team von BMW Motorrad einen Leckerbissen par excellence gebaut: Mithilfe zahlreicher Modifikationen für den Langstrecken-Rennsport soll das Motorrad einerseits seiner Herkunft treu bleiben und andererseits unter den extremen Anforderungen eines 24-Stunden-Rennens bestehen. So kommt der luftgekühlter Boxer mit BMW Motorrad EVO Telelever und Paralever genauso zum Einsatz wie der bewährte Kardanantrieb. Zusammen mit der BMW Motorrad typischen Linienführung wird auf den ersten Blick erkennbar, dass hier ein Motorrad „made in Germany“ an den Start geht.

Zur Erreichung der für den Renneinsatz erforderlichen höheren Drehzahlen erhielt das Traditionstriebwerk einen neu gestalteten Zylinderkopf. Ein modifizierter Ventiltrieb betätigt die vergrößerten Ein- und Auslassventile. Weitere Veränderungen stellen die bearbeiteten Ein- und Auslasskanäle, neue Schmiedekolben und angepasste Pleuel dar. Eine neue Titan-Abgasanlage unterstützt den optimalen Drehmomentverlauf. So gerüstet konnte die Motorleistung auf deutlich über 96 kW (über 130 PS) gesteigert werden – und eine bisher nicht für möglich gehaltene Grenzdrehzahl von rund 9500 min-1 erreicht werden.

Für möglichst kurze Standzeiten während der Boxen-Stopps wurde am Vorderrad eine für den Langstrecken-Rennsport typische Schnellwechselanlage mit schwenkbaren Achsklemmfäusten montiert. Hinten wird dafür eine Kombination aus Serien-Einarmschwinge mit einer Zentralmutter aus der Formel 1 eingesetzt.

Ein für den Renneinsatz angepasstes Öhlins-Sportfahrwerk, neue Aluminium-Gabelbrücken und ein verstellbarer Lenkungsdämpfer, eine neue Doppelscheibenbremse mit radial verschraubten Vierkolben-Festsätteln, sämtliche Verkleidungsteile komplett aus CFK, ein selbst tragendes Carbon-Heck und viele weitere Merkmale machen aus diesem Motorrad einen einzigartigen Renner. Zudem wurde für den Langstrecken-Einsatz ein größerer Tank mit Schnelltankventil montiert, der 23 Liter fasst. Trotz des Mehrvolumens von 6 l wiegt das Rennmotorrad vollgetankt insgesamt stattliche 23 kg weniger als die Serienmaschine.

  • Markus Barth
  • Thomas Hinterreiter
  • Stephane Mertens
  • Rico Penzkofer
  • Nate Kern