Carbon Racing.

Wie die HP4 RACE die Fahrzeugtechnik revolutioniert.

Es ist das erste Serienmotorrad der Welt mit Rahmen und Felgen aus Vollcarbon: die HP4 RACE. Das Bike wird in einer limitierten Auflage im BMW Motorrad Werk Berlin von Spezialisten handgefertigt. Jede einzelne Maschine verkörpert die Leidenschaft für Zweiräder und schreibt Innovationsgeschichte.

„Die HP4 RACE ist das exklusivste Bike, das BMW Motorrad je hergestellt hat“, sagt Projektleiter Christian Gonschor. Dementsprechend groß ist der Run auf die Maschine bei der Automobilausstellung Auto Shanghai. Hier wird die HP4 RACE zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Seit BMW Motorrad im November 2016 auf der EICMA einen „Advanced Prototype“ des Ausnahmebikes präsentierte, drängt die Szene auf mehr Details. Die bekommt sie in China. Im Rampenlicht steht die HP4 RACE Nummer 001. Eine der limitierten Einzelstücke, jede handgefertigt in der Manufaktur des BMW Motorrad Werks Berlin. Mit Rahmen und Felgen aus Vollcarbon stellt die HP4 RACE High Performance auf eine neue Stufe und projiziert die Zukunft des Superbikes ins Hier und Jetzt. 

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Light Ride

146 Kilogramm Power.

146 Kilogramm Power.

Mit der HP4 RACE geht BMW Motorrad als erster Motorradhersteller weltweit in die industrielle Kleinserienfertigung eines Vollcarbonrahmens. Carbon bedeutet zunächst einmal Gewichtsersparnis. So bringt die HP4 RACE, die auf der Basis der Doppel-R entstand, nur mehr 146 Kilogramm auf die Waage. Mit vollgetankt 171 Kilo ist sie leichter als aktuelle Werksrennmaschinen der Superbike-WM und unwesentlich schwerer als Werksmotorräder der MotoGP. Grund dafür ist in erster Linie der Carbon-Hauptrahmen in Monocoque-Bauweise, der mit 7,8 Kilogramm seine Wenigkeit zum Gesamtgewicht beiträgt. Auch das selbsttragende Rahmenheck ist aus Carbon gefertigt. Große Auswirkungen auf das geringe Gewicht haben auch die Carbonfelgen: Sie sind bei gleicher Steifigkeit etwa 30 Prozent leichter als Leichtmetall-Schmiederäder. Kombiniert mit 158 kW (215 PS) Leistung wird die HP4 RACE so zum Taktgeber auf der Strecke. 

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40 Prozent geringere Kreiselkräfte.

40 Prozent geringere Kreiselkräfte.

Neben dem Gewicht der Maschine verändert Carbon auch Fahrgefühl und Handling. BMW Motorrad setzt bei der HP4 RACE auf die Carbondrive-Technologie. In diese Kategorie fallen nach dem RTM-Verfahren verarbeitete Gelege mit Endlosfasern. Die Kreiselkräfte der in einem Stück gefertigten Carbonräder sind um etwa 40 Prozent geringer als bei Leichtmetall-Schmiederädern. Verbunden mit dem geringeren Gesamtgewicht verbessern sich somit Handlichkeit, Richtungswechsel, Beschleunigung und Bremsleistung. „Ein Carbon-Chassis erlaubt optimale Relationen aus Steifigkeiten wie Torsion, Biegung, Quersteifigkeit und Gewicht, was sich direkt auf die Fahrdynamik auswirkt“, erklärt Produktmanager Josef Mächler. „Mit einem Aluminiumrahmen ist man da wesentlich limitierter.“ Auch bei jahrelanger Dauerbelastung bleibt der Rahmen fest und ist damit in puncto Langlebigkeit dem Gros der Rennmaschinen überlegen. 

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Carbon im Härtetest

Stahlhart.

Stahlhart.

Grundbestandteil von Carbon sind Kohlenstofffäden, die etwa zehnmal dünner sind als ein menschliches Haar. Sie werden zu Bündeln gefasst und zusammen mit Harzen zu festen Bauteilen verarbeitet. Es entsteht carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK), kurz Carbon. Dieses ist zugfest wie Stahl, hat aber eine circa 80 Prozent geringere Dichte. Die BMW Group hat die Bedeutung von Carbon in der Fahrzeugherstellung frühzeitig erkannt und sich am weltweit führenden Produzenten SGL Carbon beteiligt. Dieser liefert das Rohmaterial für die HP4 RACE. Bereits 2003 kam Carbon in der BMW Group im großen Stil zum Einsatz: Damals industrialisierte das Unternehmen mit der Markteinführung des BMW M3 CSL den Carbon-Fertigungsprozess für den Großserieneinsatz. Auch beim BMW i3, BMW i8 und BMW 7er ist Carbon Teil des Materialmix. 

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Die HP4 RACE ist das exklusivste Bike, das BMW Motorrad je hergestellt hat.

Christian Gonschor

Projektleiter HP4 RACE

Geprüftes Crashverhalten.

Um das Hightech-Material auf seine Sicherheit zu testen, haben Ingenieure die HP4 RACE drei Jahre lang regelrecht gequält: Die Räder wurden wiederholt gegen hohe Bordsteine gefahren und das Crashverhalten optimiert. Das Resultat: Die Energie des Aufpralls überträgt sich auf das Felgenbett, anschließend verformt sich das Material zurück in seine ursprüngliche Form. „Ein schlagartiger Luftverlust wie bei Leichtmetall-Schmiederädern bleibt aus“, sagt Mächler. „Der Fahrer kommt sogar noch mit geminderter Geschwindigkeit zurück in die Box.“ Im Inneren des Monocoque verhindern Schottwände, dass sich ein Schaden im Rahmen ausdehnt. Lange bevor der Rahmen in seiner Funktion bedroht ist, würden andere sichtbare Bauteile nachgeben und ein Problem offensichtlich machen. Das heißt: Die Schadenskette bei der HP4 RACE ist so aufgebaut, dass Rahmen und Räder im Falle eines Sturzes als letzte Bauteile des Motorrads versagen. 

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Leidenschaft kennt keine Grenzen

WM-Niveau in Serie.

WM-Niveau in Serie.

Die HP4 RACE braucht den Vergleich mit aktuellen Superbike-Werksrennmaschinen nicht zu scheuen. Antrieb, Elektronik und Federelemente entsprechen WM-Niveau. Öhlins Upside-down-Gabel vom Typ FGR 300, Öhlins Federbein vom Typ TTX 36 GP, aus Fräs- und Blechteilen gefertigte Leichtmetall-Unterzugschwinge: Die Ausstattung des exklusiven Motorrads erreicht in vielerlei Hinsicht Profisport-Level. Fahrwerksseitig geht die HP4 RACE sogar einen Schritt weiter. Denn die meisten Rennmaschinen werden heute noch von Hand aufgebaut. An einem Rahmen wie dem der HP4 RACE wären vier Mitarbeiter etwa eine Woche lang beschäftigt. Mit der modernen Automatisierungstechnik dauert die Herstellung des Rahmens dagegen nur einige Stunden, ohne an Qualität einzubüßen. 

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Hand-made in Berlin.

Gefertigt wird die HP4 RACE in der Manufaktur im BMW Motorrad Werk Berlin. Ein kleines Spezialistenteam kümmert sich um den Aufbau und die Prüfung des Motors. Das Gleiche gilt für das komplette Motorrad. Das Team stellt sicher, dass die HP4 RACE mit minimalsten Toleranzen und größter Präzision gefertigt wird. Leidenschaft kennt keine Grenzen – das hat sich das HP4 RACE Entwicklungs- und Produktionsteam auf die Fahnen geschrieben und ihr Motto an das Ausnahmebike vererbt. „Nie zuvor wurde ein Serienmotorrad in diesem Ausmaß mit edlen Materialien ausgestattet“, konstatiert Reno Reppin, Werksprojektleiter Berlin. Auf diese Weise wird die HP4 RACE dem Anspruch gerecht, den High Performance einfordert und verschiebt die Grenzen der Fahrzeugtechnologie kompromisslos in Richtung Zukunft. 

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